Geschichte
 
Zur Geschichte der Region 
(Kurzfassung)
 
Anno 18hundert siedelten sich einige Industriebetriebe an,
Glasfabriken und Ziegelwerke, sie benötigten den Brennstoff - Torf !
Infrastrukturverbindungen gab es, im heutigen Sinn, wenn überhaupt nur schlechte.
 
Industrie und Gewerbestandorte zur damaligen Zeit: 
Bürmoos, Zehmemoos, Hackenbuch, Ibm, Holzhausen, und viele andere.
Meist waren sie aber rund um die Torf- oder Waldgebiete angesiedelt:
Rodinger Moos, Weidmoos, Ibmermoor - Torfgewinnung >> Brennstoff
Bürmoos, Zehmemoos, Hackenbuch - Lehmgewinnung >> Ziegel bzw. Glas
Weilharterforst und andere Waldgebiete - Holzgewinnung >> Holzverarbeitung
 
Für den Transport von Gütern, Waren, Rohstoffen, etc. wurde die Feldbahn benötigt ! 
Sie besaß einen unschätzbaren technischen Vorteil : 
Den im Vergleich zum Fuhrwerk bzw. zum LKW geringen Achsdruck. 
Damit konnte die Feldbahn auch auf labilem Untergrund, wie eben im Moor, 
mit großen Anhängelasten gefahren werden. 
 
So wurde die Feldbahn im nördlichen Flachgau und im angrenzenden Oberösterreich
zum Transportmittel Nummer Eins !
Die Feldbahn, liebevoll Bockerlbahn genannt, verband eine ganze Region !
Jeder Standort baute "seine" Feldbahn aus und so verschmolzen 
ursprünglich alleinstehende Strecken zu einem Großen Ganzen.
 
Aussagen zufolge, konnte man von Zehmemoos aus,
 bis Ach/Burghausen mit dem Bockerl fahren und darüber hinaus Richtung Altöttinger Forst/Bayern.
 
Nachfolgend ein kleiner Exkurs:

Nicht verwirklichte Lokalbahn-Projekte OÖ/SBG
 
Die durch die Lokalbahngesetze von 1880, 1897 und 1910 für Bau und Betrieb von Lokal- und Kleinbahnen 
gewährten Begünstigungen und Erleichterungen hatten in Oberösterreich, 
besonders in der Zeit um die Jahrhundertwende bis zum Beginn des ersten Weltkrieges, 
eine stattliche Anzahl von Bahnprojekten zur Folge, 
die dem Bedürfnis der Bevölkerung nach guten Verkehrsverbindungen des Hinterlandes 
zu den Hauptverkehrslinien dienen sollten. In den Einzeldarstellungen der 
oberösterreichischen Lokal- und Kleinbahnen sind die mit der betreffenden Bahnlinie 
enger zusammenhängenden Projekte, von denen sich manche in der Folge 
auf die Ausführung von Teilstrecken beschränken mussten, bereits erwähnt. 
Aber auch die große Anzahl der übrigen, in den einzelnen Landesteilen auch noch nach dem 
ersten Weltkrieg geplanten Bahnlinien verdient wohl, der Vergessenheit entrissen zu werden. 
Die beigefügte Karte "Geplante Lokalbahnen in Oberösterreich 1890 bis 1930" soll eine 
übersichtliche Darstellung dieser Planungen mit zeitlichen Angaben ihrer Entstehung bieten.
 
Mattighofen—Antiesenhofen, normalspurig, 48,7 km, BK 11 600 000 K, VK 1906;
 
Mauerkirchen—Antiesenhofen, normalspurig, 30,2 km, BK 3 150 000 K;
 
Antiesenhofen—Reichersberg—Obernberg—Altheim—Weng—Moosbach—Mauerkirchen, 
schmalspurig, elektrische Straßenbahn(61);
 
Mattighofen—Wagenham—Eggelsberg—Ibm, Industriebahn zum Ibmer Moos (Torflager), 
schmalspurig, mit Dampf- oder Pferdebetrieb, VK September 1899(62);
 
Mattighofen—Wagenham—Feldkirchen—Geretsberg—Dorf Ibm—Hackenbuch —Lamprechtshausen 
mit Variante Feldkirchen—Moosdorf—Hackenbuch, VK August 1904(63);
 
Mattighofen—Lamprechtshausen, Vorprojekt und VK 1898;
 
Mattighofen—Ach—Burghausen, Vorprojekt und VK 1898;
 
Lamprechtshausen—Mauerkirchen—Altheim—Obernberg—Antiesenhofen, VK 1898(64);
 
Braunau-Hochburg, normalspurig, 20,2 km, BK l 600 000 K (Projekt 1910), 
und Hochburg—Ziegelhaiden 
(Haltestelle der Linie
Salzburg—Lamprechtshausen),
 26,0 km (hievon 11,7 km in Oberösterreich), 
BK 3500000 K (Weilhartbahn), Projekt 1910;
 
Braunau—Ranshofen—Schwand—Hochburg—Tarsdorf—Ostermiething—St.Pantaleon—Bürmoos 
(Station der Linie Salzburg—Lamprechtshausen)
 mit Variante Hochburg—Lamprechtshausen, TR 1905(65).
 
Die Bockerlbahn ist ein "kleines" Überbleibsel eines großen Ganzen,
Angaben beruhen auf Sichtungen, Aussagen, Bild oder Filmdokumenten,
bzw. Aufzeichnungen aus Karten oder gar Skizzen !
In der nachstehenden Karte wurden unsere "Kenntnisse" eingezeichnet,
so oder ähnlich müsste es gewesen sein !
    
 
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Legende: 

 

---  Salzburger Lokalbahn ---

1896 Salzburg - Lamprechtshausen

1908 Bürmoos - Trimmelkam

--- Feldbahn ---

 

heute

Torfbahn Zehmemoos - Bockerlbahn

--- geplant ---

Mattighofen - Wagenham - Eggelsberg - Ibm,

Industriebahn zum Ibmer Moos (Torflager)

schmalspurig mit Dampf- oder Pferdebetrieb,

VK September 1899(62)

 

Herzlichen Dank an: Pegasus - Zeitschrift für Transportgeschichte


 

1. und 2. Weltkrieg
 
Nachdem Glas- und Ziegelindustrie nach und nach eingestellt wurden
und der Straßebauboom Einzug hielt verloren die Feldbahnen
immer mehr an Bedeutung und wurden schließlich abgetragen, 
nur ein kleiner Teil des Gesamtnetzes überlebte.
Schließlich weckte wieder der Torf das Interesse, diesmal von Chemie und Gärtnern.
Die Bockerlbahn wurde von der Chemie Linz AG weitergeführt und modernisiert,
das Torfwerk Zehmemoos diente als Verarbeitungszentrum, 
für die Torfgewinnung wurde das Rodinger Moor und das Weidmoos verwendet.
 
Schließlich wurde das Torfwerk Zehmemoos/Firma Gartenhilfe GmbH im Jahr 2000 eingestellt,
eine große Ära ist Geschichte !
 
Das Torfwerk Zehmemoos ist die einzige noch erhaltene Industriestätte dieser Region !
Die Bockerlbahn eine der wenigen noch erhaltenen Feldbahnen Österreichs !
 

 
Landschaft
 
Die ausgedehnten Moorlandschaften nördlich von Bürmoos stellen einen einzigartigen 
Landschaftscharakter im Flachgau dar und sind zurecht als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Die Moore wurden jahrzehntelang ausgebeutet und der Torf als Brennmaterial und Grundstoff
für die Erdenerzeugung verwendet. Aufgelassene Torfstiche wurden von der Natur schnell
zurückerobert und durch die fehlende Forstbewirtschaftung hat sich eine sehr wenig
berührte Vegetation entwickeln können. 
 
Im Waidmoos harmonieren die "klassischen"
Moorpflanzen wie Birke oder Heidelbeere nebeneinander. Wanderungen und Erkundungen
abseits markierter Wege sind im Moor mit Vorsicht zu genießen.
Der Moorboden schwingt und kann da und dort auch nachgeben.
Das Waidmoos ist als Naherholungsgebiet gekennzeichnet von ausgedehnten,
wildwuchernden Moorgebieten, kleinen, händischem Torfstichen und vereinzelten Hütten.
 

Transportaufgaben
  
Die Torfbahnen rund um Bürmoos und Zehmemoos konnten sich bis heute behaupten, 
da sie einen unschätzbaren technischen Vorteil besaßen: 
Den im Vergleich zum LKW geringen Achsdruck. Damit konnte auch auf 
labilem Untergrund wie eben im Moor mit großen Anhängelasten gefahren werden. 
 
So beförderten die "Bockerl", wie die Lokomotiven bzw. Loren hießen, bis zu 90 Tonnen 
schwere Züge. Die Jahrestonnage betrug ansehnliche 70.000 Tonnen Torf. 
 
Durch billigen russischen, weißrussischen und baltischen Torf wurde jedoch die Torfgewinnung in Bürmoos 
zu teuer und der Standort Zehmemoos musste im Jahr 2000 geschlossen werden.

 
Nachfolgende Angaben beziehen sich auf den Heute noch erhaltenen Teil der Bockerlbahn !
 
 
Strecke:     	Bürmoos - Zehmemoos - Waidmoos 
		Bürmoos - Rodinger Moor
 
Länge:     	ca. 4 bis 6,5 km  
		Größte Ausdehnung inkl. Gleisanlagen in den Abbaugebieten  ~  24 km
            		Die Streckenlänge sinkt fast täglich da viele Schienen auf scheinbar 
		mysteriöse Weise ihren Angestammten Platz verlassen. 
		Legal oder nicht das sei dahin gestellt !
 
Spurweite: 	600 mm

 
Höchstgeschwindigkeit: 	cirka 16 km/h 
 
		Lt. Zeitzeugen konnte sie durchaus flotter unterwegs sein !?
		Allerdings erforderte eine höhere Geschwindigkeit ein wenig 
		Geschick und Können des Lokführers - Aber wer will mit so einer 
		wildromantischen Bahn, wie dieser, schon Geschwindigkeitsrekorde aufstellen ! 
		Immerhin fährt hier kein moderner Triebwagen .... oder ?
 
Eigentümer: 	Strecke: 		Gemeinde: Bürmoos, Lamprechtshausen, St. Georgen/Salzach
		Betriebsgelände: 	Privateigentum
		
Eröffnet: 	1882
 
 
Chronik:
 
		1882 	Erfolgte die Errichtung einer einfachen Feldbahn in Bürmoos.
			Damals noch von Manneskraft geschoben !!! ( Bild )	
 
		1887 	Der Handbetrieb der Bürmooser Torfbahn wird auf Pferdezugbetrieb umgestellt. 
			Die Pferde bekamen dafür eigenes Schuhwerk !!! ( Bild )
 
		1890 	Errichtung der Strecke ins Hasenmutter-Moor
 
		1925 	Erstmalig Landkarten mit eingetragener Strecke der 
			Zehmemooser Torfbahn ins Waidmoos.
 
		1947 	Wurde die Torfbahn durch die Chemie Linz AG übernommen und das 
			Streckennetz ausgebaut.
 
		1981 	Neuerrichtung der Gleisanlagen ins Rodinger Moor / Moos. 
			Die Torfbahn gehört mittlerweile der Gartenhilfe GmbH.
 
		2000 	Schließung des Gartenhilfe-Werkes Zehmemoos und damit auch der Torfbahn. 
			Die Gleise in Richtung Rodinger Moos wurden teilweise bei Bauarbeiten 
			weggerissen oder einfach zugeschüttet. Die Gleisanlagen ins Waidmoos 
			blieben bis jetzt weitgehend erhalten sind aber vor Vandalismus etc. nicht gefeit.
	 

Bücher:
-     Feldbahnen in Österreich
1987, Carinthia Verlag, Autor: Manfred Hohn, ISBN 3-85378-267-1
Quelle:
mit freundlicher Unterstützung von
 
Pegasus  Zeitschrift für Transportgeschichte
F. Aschauer, Oberösterreichs Eisenbahnen, Wels 1964, S. 136 ff. 
Originaltitel: "Nicht verwirklichte Lokalbahnprojekte".© Franz Aschauer
und
Regionale Schienen, http://www.regionale-schienen.at
 
Text und Inhalt wurden abgeändert im Sinne von Aktualität und Interesse !
 

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